РАБОТА С РОДИТЕЛЯМИ И СОЦИАЛЬНАЯ СРЕДА (ELTERNARBEIT UND SOZIALE MILIEUS)
Еггерт-Шмидт Ноерр А. (Eggert-Schmid Noerr A.)©
В статье рассказывается о влиянии семьи, детских дошкольных учреждений и школы на формирование и развитие ребенка. Отмечается, как важно выбрать правильный стиль воспитания ребенка, чтобы избежать у него эмоционального и когнитивного диссонанса, которые в будущем могут привести к социальному неравенству. В детских садах происхождение и пол ребенка оказывают большое влияние на отношение к нему сверстников и персонала. Мальчики из семей мигрантов, где образовательный уровень низок, страдают больше других. Ко времени поступления в школу у детей разного социального и этнического происхождения наблюдается большие различия во владении языком, социальными компетенциями, отношении к своему здоровью и т. д. Сегодня для преодоления негативного влияния социального неравенства разработана совместная концепция и проект по сотрудничеству между учителями, воспитателями, родителями и самими детьми, который направлен на «CO-продукцию» всех вышеназванных участников процесса.
Familie, Kindertageseinrichtung und Schule sind die drei gesellschaftlichen Institutionen, die vor allem die kindliche Entwicklung prägen. Im Rahmen einer heterogenen Gesamtgesellschaft sind diese Einrichtungen hinsichtlich kultureller Orientierungen, Sprechweisen, Erziehungsstile, Belohnungs- und Strafmittel mehr oder weniger heterogen. Übersteigen die Differenzen ein gewisses Maß, dann führt dies bei den betroffenen Individuen zu emotionalen und kognitiven Dissonanzen und in der Gesellschaft insgesamt zu sozialer Ungleichheit – Ungleichheit nicht nur im Sinn von Diversität, sondern auch von Benachteiligung. Soziale Benachteilung wird in den Sozialisationsfeldern und Bildungseinrichtungen dann reproduziert, wenn die familiären Ressourcen in Betreuungseinrichtungen und Schulen nur teilweise abgerufen werden können und wenn umgekehrt die für die sekundäre Sozialisation notwendige Unterstützung von den Familien nicht geleistet werden kann.
Auf diese Weise spielt die Erzeugung von sozialer Ungleichheit aufgrund von Herkunft und Geschlecht bereits in den Kindertagesstätten eine große Rolle. Jungen aus bildungsfernen Milieus und aus Migrantenfamilien gelten als besonders benachteiligt (Rabe-Kleberg 2003). Zum Zeitpunkt der Einschulung bestehen bei Kindern unterschiedlicher sozialer und ethnischer Herkunft und unterschiedlichen Geschlechts in zentralen Bildungsbereichen (Sprache, Sozialkompetenz, Musik, Bewegung, Gesundheitsbewusstsein) große Unterschiede. Durch die beiden PISA-Studien ist die Benachteiligung von Arbeiter- und Migrantenkindern, insbesondere von Jungen, im Schulsystem relativ gut belegt (Klieme 2010). Diese Ungleichheiten werden zum einen durch die institutionellen Selektionsformen perpetuiert, zum anderen wird Ungleichheit auch in pädagogischen Beziehungen interaktiv hergestellt (Helsper 2009).
So können beide Institutionen, Kindergarten und Schule, zur Erzeugung und Verfestigung von Benachteiligungen beitragen. Andererseits kann die professionelle pädagogische Beziehung aber auch, wie die Resilienzforschung gezeigt hat (Opp/Fingerle/Freytag 1999, Schmidthermes 2009), der wichtigste Faktor in der Kompensation familialer Belastungen sein. Nehmen wir an, dass der Vater in unserem Eingangsbeispiel sich auch schon vor den wissens- und sprachorientierten Entwicklungsversuchen seiner Tochter als ein patriarchalischer Haustyrann gebärdete, der auch andere Verselbständigungsschritte seiner Tochter mehr behindert als gefördert hätte, dann könnte die Schule hier die Funktion eines „Asyls“ (wörtlich: eines vor Beraubung sicheren Ortes) übernehmen, an dem die Schülerin nicht nur das Wissen, sondern auch personale und soziale Kompetenzen erwerben könnte, um sich der väterlichen Macht ohne Nachteile zu entziehen oder – im besten Fall – auch verstehend und versöhnend mit den inkompatiblen Erwartungen des Elternhauses umgehen zu können.

